Die Frage, wer all die berühmten Werke von Shakespeare tatsächlich verfasste, ist keine neue. Die Zweifel an der Autorenschaft Shakespeares werden schon seit einem Jahrhundert aufgefächert und geteilt – von Wissenschaftlern und Kennern, und das nicht nur an den vielen Lehrstühlen der Anglistik in dieser Welt. Viele Kenner Schakepeares haben diese Zweifel immer wieder vorgebracht – unter Anderem Sir John Gielgud, der Hamlet 1937 am Broadway zum Kassenschlager machte. Zweifel hatten zudem Henry James, Sigmund Freud, sogar Charlie Chaplin. Eine millionenschwere Tourismusindustrie in Stratford hängt an all diesen Zweifeln.

Man hält Schakespeare für den Erfinder des größten literarischen Werkes aller Zeiten. Er schrieb den verrätselten Hamlet, den grausamen Macbeth, den verzweifelnden Lear. Unter seiner Feder entstanden ganze 37 Dramen, in denen nicht nur die englische Sprache sondern womöglich ein neues Bild des Menschen erfunden wurde. In seinen Dramen erfand er zudem die Vielbödigkeit, um ein Geschehen durch ein anderes zu kommentieren und dadurch Klarheit zu schaffen. Auch wunderbare Sonette schrieb er – seine Liebesbetörungen in vollendeter Form werden heute noch von Verliebten zitiert.

Nur weiß man leider nicht, wer William Shakespeare war – war er etwa der Sohn eines Handschuhmachers aus Stratford? Oder war er vielleicht ein Edler namens Edward de Vere (1550 bis 1604), der 17. Earl of Oxford? Oder haben wir diese Werke gar einem Unbekannten zu verdanken?

In der Tat gibt es fast keine Zeugnisse über Shakespeare. Nur so viel weiß man: Er wurde 1564 geboren und starb 1616. In der Zwischenzeit war er der Ehemann von Ann Hathaway und Vater von drei Kindern. Ein Paar Urkunden sind noch erhalten und ein Name auf der ersten Folioausgabe von 1623. Für die Jahre 1585 bis 1592 existieren keine Belege. Der Name Shakespeare wurde in mindestens sechs Versionen niederlegt, Shakesp, Shakespa, Shakespere, Shakspere, Shakespeare. Ist der Dichter Shakespeare also doch eine Fantasiegestalt derer, die ihn als Dichter sehen möchten?

Diese vielen Fragen greift auch der neue Film von Roland Emmerich “Anonymous” auf. Und gibt sogar eine lärmende und amoröse Antwort darauf. Wenn Sie sich auf die Suche nach dem geheimnissvollen Schakespeare begeben wollen, können Sie den Anfag tun und sich den Film anschauen. 

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